Modena: Kunst, Genuss & dröhnende Motoren

Die moderne Hauptstadt der gleichnamigen oberitalienischen Provinz ist im Süden der Poebene gelegen. Sie verfügt nicht nur über eine florierende Industrie, sondern auch über eine altehrwürdige, seit 1175 bestehende Universität und einen schmucken historischen Stadtkern.

Die Geschichte Modenas begann als etruskische Siedlung Muoina, die dann eine römische Kolonie wurde und aufgrund von Weinbau und Töpferei eine Zeit lang von Bedeutung war. Im 4. Jahrhundert folgten Niedergang und Naturkatastrophen, bis die Stadt im Mittelalter wiederaufgebaut wurde.

Aus jener Zeit stammt unter anderem das sehenswerte Zentrum, das sich aus der Piazza Grande und dem romanischen Dom San Geminiano mit Campanile zusammensetzt und 1997 als Architekturensemble von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Gleich daneben liegt der Palazzo Comunale, wo einst Reden und Ansprachen gehalten, aber auch Leute an den Pranger gestellt wurden.

Als Wahrzeichen der Stadt gilt jedoch ein Turm mit Namen Torre Ghirlandina, was auf Deutsch so viel bedeutet wie „kleine Girlande“. Hierbei handelt es sich um einen schönen freistehenden Glockenturm, der zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert errichtet wurde und daher romanische und gotische Bauelemente vereint.

Die Flaniermeile zum Sehen und Gesehen werden ist in Modena die Via Emilia, die quer durch die Altstadt führt. Die Straße selbst endet nicht etwa am Stadtrand, sondern folgt dem Verlauf ihrer antiken Vorgängerin über 262 Kilometer von Bologna über Modena und Parma bis nach Piacenza. Damit war sie vermutlich auch namensgebend für die westliche Hälfte der Emilia-Romagna.

Abgesehen von den vielen Kulturdenkmälern spielen in Modena zahlreiche Industriezweige eine bedeutende Rolle, allen voran die Keramik-, Zement-, Leder- und Lebensmittelproduktion. Außerdem haben in der Stadt und in der gleichnamigen Provinz die wohl berühmtesten Autofirmen Italiens ihren Sitz, nämlich Ferrari in Maranello und Maserati direkt in Modena.

Landwirtschaft ist im Umland Modenas ebenfalls zu finden. Die größten Anbauflächen nehmen Kirschen und Lambrusco-Trauben ein, wobei letztere einen sehr guten, rubinroten, zum Teil leicht schäumenden Wein ergeben. Auch der berühmte Aceto Balsamico – der dunkle Balsamessig – und der allseits beliebte Würzkäse Parmigiano Reggiano sind in dieser Provinz in der Emilia-Romagna zu Hause.