Görz: das Nizza der Adria

Görz ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der oberitalienischen Region Friaul-Julisch Venetien. Sie wird in der Landessprache Gorizia genannt und liegt – eingebettet in eine sanfte Hügel- und Weinberglandschaft – direkt an der Grenze zu Slowenien.

Ob man sich nun für Kultur oder Natur interessiert, im Urlaub zum Wandern, Radfahren oder Baden gehen möchte oder auf der Suche nach besonderen kulinarischen Genüssen ist – in und um Görz ist alles möglich. Das hat nicht zuletzt mit der abwechslungsreichen Geschichte zu tun, die dem Gebiet viele verschiedene Herrscher beschert und zu einem Aufeinandertreffen unterschiedlicher Sprach- und Kulturkreise geführt hat. So hört man hier neben dem Italienischen mitunter auch Deutsch und Slowenisch.

Ab dem späten Mittelalter hatten die österreichischen Grafen von Görz ihren Sitz in der Stadt. Es folgte eine Zeit unter Habsburger Herrschaft, dann unter dem Königreich Illyrien, bis Görz wieder ein eigenständiges Kronland war. Schlussendlich wurden Stadt und Provinz dem Staat Italien und der Region Friaul-Julisch Venetien zugesprochen.

Bereits die Habsburger schätzten Görz aufgrund des angenehmen Klimas. Aus der damaligen Zeit stammt auch der Beiname „Nizza der Adria“, mit dem sich die gepflegte, relativ grüne Stadt bis heute gerne schmückt. Sehr schön sind die weitläufigen Park- und Grünanlagen wie der riesige Parco Piuma-Isonzo, der Park des Palazzo Coronini Cronberg oder der Azaleengarten Parco Viatori.

Eine weitere Besonderheit von Görz besteht darin, dass die Staatsgrenze, die nach dem zweiten Weltkrieg zwischen Italien und dem damaligen Jugoslawien gezogen wurde, in Form einer Mauer direkt durch die Stadt verlief. Ein kleiner Teil im Osten mit dem Bahnhof gehörte zu Jugoslawien und wurde dann später zur slowenischen Stadt Nova Gorica ausgebaut. Seit dem EU-Beitritt Sloweniens und dem Inkrafttreten des Schengen-Abkommens ist das Überschreiten der Grenzlinie heute kein Problem mehr, sodass man quasi mit einem Bein in Italien und mit dem anderen in Slowenien stehen kann.

Die Stadt selbst prägt ein bunter Mix aus mittelalterlichen, barocken und anderen Elementen sowie eine breite Palette an kulturellen Sehenswürdigkeiten. Zu nennen wären da etwa die zentrale Piazza della Vittoria, die von der Kirche San Ignazio mit zwei außergewöhnlichen Zwiebeltürmen flankiert wird. Auf der anderen Seite erhebt sich der Burghügel mit einem mittelalterlichen Schloss, das einen wundervollen Blick auf die Stadt und die Umgebung bietet.

Die sanft hügelige Gegend rund um Görz in Friaul-Julisch Venetien bietet sich hervorragend zum Wandern, Radfahren oder zu Ausritten an. Zu guter Letzt gehen in der Provinz Gorizia auch Badegäste und Sonnenanbeter nicht leer aus: Denn mit dem hübschen Städtchen und Seebad Grado wartet hier auch ein beliebter Badeort.