Udine: Tiepolos Stadt

Die Kultur- und Genussstadt Udine ist das Zentrum des historischen Gebietes Friaul. Sie befindet sich in der gleichnamigen Provinz im Nordosten Italiens, eingebettet zwischen der Adria und den Nachbarländern Österreich und Slowenien.

Nach Triest ist Udine die zweitgrößte Stadt der autonomen Region Friaul-Julisch Venetien. Erste schriftliche Beweise für den Bestand der Siedlung gibt es aus dem Jahre 983, die Geschichte Udines reicht jedoch vermutlich noch viel weiter zurück. Größere Bedeutung erlangte die Stadt allerdings erst im späten Mittelalter, bevor sie dann zuerst in den Einflussbereich Venedigs kam und dann unter die Herrschaft der Habsburger.

„Stadt des Tiepolo“ wird Udine deshalb genannt, weil hier ausgesprochen viele Werke von Giovanni Battista Tiepolo zu finden sind. Schließlich verbrachte der wohl bekannteste venezianische Maler zwischen Barock und Rokoko die Frühphase seines Schaffens zum Teil in Udine. Dabei schmückte er unter anderem den gotisch-barocken Dom Santa Maria Annunziata und die Gebetsschule Oratorio della Purità mit herrlichen Fresken und Gemälden. Weitere Meisterwerke Tiepolos gibt es heute in der Tiepolo-Galerie im Palazzo Patriarcale zu bestaunen.

Daneben zählen auch der Palazzo Comunale und das weiß-rosa Rathaus im Stil der venezianischen Gotik, das auch Loggia del Lionello genannt wird, zu den Sehenswürdigkeiten von Udine. Die Galerie der modernen Künste stellt Werke bedeutender italienischer Künstler des 20. Jahrhunderts aus und auch im Palazzo Valvason Morpurgo sowie in den städtischen Museen im hiesigen Schloss sind interessante Sammlungen zu sehen. 

Der beste Zeitpunkt für einen Spaziergang durch Udine in Friaul-Julisch Venetien ist auf jeden Fall die Aperitif-Stunde am Abend, wo es auf den zwei Plätzen im Herzen der Stadt am schönsten ist. Die kleine Piazza della Libertà, die von schmucken Palästen und alten Gebäuden eingerahmt wird, gilt als besonders malerisch. Über die von Arkaden gesäumte Flanierstraße Via Mercato Vecchio gelangt man zur größeren Piazza Matteotti, die von hübschen, unterschiedlich getünchten Stadthäusern eingefasst wird.

Doch nicht nur die Stadt selbst, auch die nähere Umgebung von Udine lädt zum Entdecken und Genießen ein. So kann man die typischen Osterie, Trattorie und Agriturismi wahlweise mit dem Rad, zu Fuß oder auf dem Rücken eines Pferdes besuchen. Unbedingt verkosten sollte man auf jeden Fall den aromatischen Wein aus der Region Friaul-Julisch Venetien sowie die anderen lokalen Spezialitäten, die eine bunte Mischung aus mitteleuropäischen, mediterranen und slawischen Traditionen darstellen – allen voran natürlich der renommierte, luftgetrocknete Schinken aus San Daniele.