Genua: zwischen Handel, Kultur und Tourismus

Die Hauptstadt Liguriens, die oft den Beinamen „La Superba“ (Die Stolze) trägt, ist mit mehr als 800.000 Einwohnern das sechstgrößte Zentrum in Italien und bildet zusammen mit Mailand und Turin eines der wichtigsten Industriedreiecke des Landes.

Als antike Meeresrepublik liegt Genua direkt am Ligurischen Meer und kann auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken, in der Handel und Seefahrt eine wichtige Rolle spielten. Nicht umsonst gilt der hiesige Hafen bis heute als der bedeutendste in ganz Italien. So ist es auch nicht verwunderlich dass der Leuchtturm von Genua, der auch „Lanterna“ genannt wird, als Symbol für die Hafenstadt steht. Darüber hinaus ist kein geringerer als Christoph Kolumbus – einer der berühmtesten Seefahrer überhaupt – hier geboren.

Obgleich Genua seine Wirtschafts- und Handelstraditionen bis heute aufrecht erhalten konnte, hat sich die Stadt im Laufe der Jahre zugleich zu einem hochgeschätzten Urlaubszentrum entwickelt, das sich auch in punkto Kultur, Wissenschaft und Universität einen Namen gemacht hat. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählt beispielsweise das riesige Aquarium, in dem Fische und Meerestiere aus aller Welt zu bestaunen sind.

Bei einem Spaziergang durch Genua kommt man an vielen hübschen Läden, Lokalen und typischen Geschäften vorbei. Edle Wohnsitze aus dem 16. Jahrhundert, barocke Gebäude und prächtige Kirchen an hübschen Plätzen lassen noch heute erahnen, warum die Stadt auch „Die Stolze“ genannt wurde. Auf jeden Fall vorbeischauen sollte man bei den Palazzi dei Rolli, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören, und beim Palazzo San Giorgio, in dem einst die weltälteste Bank ihren Sitz hatte.

Neben seiner urbanen Seite hat Genua auch ein anderes Gesicht. So ist der Golfo Paradiso weit über die Provinzgrenzen hinaus für seine außergewöhnliche Schönheit bekannt. Die bunten Häuser der Fischer mit ihren schmalen, hohen Fassaden prägen das Bild der Küste, an der sich kleine Strände und mit mediterraner Macchia-Vegetation bewachsene Klippen abwechseln. In den Ortschaften am Ufer sind die alten Fischer- und Seefahrertradition noch sehr lebendig. Bestes Beispiel dafür ist das kleine Camogli südlich von Genua mit seinem charakteristischen Hafen, den auf dem Wasser tanzenden Booten und dem Seefahrtsmuseum.

Im Gebiet rund um Genua in Ligurien findet man außerdem zahlreiche herrschaftliche Villen und noble Ansitze, die von adligen Familien und reichen Bürgern errichtet wurden, um hier die Sommerferien zu verbringen. Schließlich luden das milde Klima und die hügelige Landschaft seit jeher zum Verweilen und Genießen ein.