Urbino: wo die Renaissance lebt

Wer heute mit einem Mindestmaß an Vorstellungskraft durch die Straßen und Gassen von Urbino schlendert, kann sich bestimmt lebhaft vorstellen, wie es in diesem eleganten Städtchen in seiner Blütezeit im 15. Jahrhundert zugegangen ist.

Schließlich ist Urbino, das sich im Nordosten der Marken rund 40 Kilometer von der Küste entfernt auf einem Hügel befindet, heute nicht für seine Universität und den Sitz des Erzbischofs bekannt, sondern gilt auch als eine der besterhaltenen Renaissancestädte in ganz Italien. Aufgrund der bemerkenswerten Architektur und den vielen Kunstschätzen zählt Urbino außerdem zum Weltkulturerbe der UNESCO und eignet sich damit bestens für einen Urlaub im Zeichen von Kultur und Geschichte.

Was als kleine römische Siedlung mit Namen Urbinum Mataurense (übersetzt: kleine Stadt am Fluss Mataurus) begann, erlebte am Ende des Mittelalters einen Aufstieg, dessen Zeichen bis heute sichtbar sind. Jede Ecke der Stadt weiß etwas aus der Vergangenheit zu erzählen – wobei die meisten und schillerndsten Geschichten aus der Zeit der italienischen Renaissance stammen.

Damals stand Urbino unter der Herrschaft der Adelsfamilie Montefeltro. Die Entwicklung der Stadt nachhaltig geprägt hat insbesondere der Herzog Federico da Montefeltro, der sich als Humanist und erfolgreicher Söldnerführer einen Namen machte. Unter ihm, der in die Stadt investierte und zeitlebens Kunst und Kultur besonders förderte, erlebte Urbino seine größte Blüte. Angesehene Künstler und ihre Schüler, aber auch Dichter und Gelehrte kamen aus ganz Italien und von weiter her, um die glanzvolle Stadt zu erleben.

Bei einem Spaziergang durch Urbino kann man diesen Glanz bis heute entdecken, da man immer an alten und kunsthistorisch interessanten Bauwerken vorbeikommt. Nicht entgehen lassen sollte man sich beispielsweise die Piazza della Repubblica, die das Zentrum der Stadt bildet, den eindrucksvollen Herzogspalast und den klassizistischen Dom Santa Maria Assunta. Nicht zu vergessen das Geburtshaus des berühmten Künstlers Raffael.