Der schiefe Turm von Pisa

Nein, was Sie in Pisa sehen ist keine optische Täuschung, denn der berühmte Campanile ragt wirklich unglaublich schief und dennoch standhaft aus dem grünen Rasen des Campo dei Miracoli.

Hauptsehenswürdigkeit und Wahrzeichen der Stadt ist der wohl berühmteste Turm Italiens: der sogenannte schiefe Turm von Pisa (Torre Pendente). Der Campanile ragt 55 Meter in den Himmel und diente ursprünglich neben dem Dom als Glockenturm. Vom Turm hat man eine großartige Aussicht auf das Umland und kann an schönen, sonnigen Tagen sogar das Meer sehen.

Bereits während der Bauarbeiten neigte sich der Bau auf dem nachgiebigen Sumpfboden nach Südosten. Dennoch wurde der Bau wenige Jahre später fortgesetzt, wobei die Fehlstellung nicht ausgeglichen, sondern einfach senkrecht weitergebaut wurde. Doch die Erde ruhte nicht und so neigte sich der Turm Jahr für Jahr um weitere Zentimeter. Heute ist der Turm für seine Besucher gänzlich zugänglich und bezaubert mit seinem weißen Marmor aus Carrara.

Der Campanile, der Dom und das benachbarte Baptisterium bilden auf der Piazza dei Miracoli ein wahrlich atemberaubendes Gesamtkunstwerk, das im Jahre 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Zusammen beeinflussten sie die italienische Baukunst des Mittelalters und stellen auch heute noch eines der wichtigsten Kulturzentren in ganz Italien dar.

Der schiefe Turm ist jedoch nicht das einzige windschiefe Gebäude in Pisa. Als Geheimtipp zum Entdecken sind die Kirchtürme von San Michele degli Scanzi und San Nicola, die ebenfalls auf dem sumpfigen Bogen geneigt in den Himmel ragen. 

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